Lyrik

Auflösung

Menschen kommen und gehen wieder

Und kommen doch wieder, so die Buddhisten kommen in den Himmel, so die Monotheisten reisen weiter, so die Atheisten
oder lösen sich auf, so die Nihilisten

Nichts bleibt so wie es war
und trotzdem macht ein Teil von uns so weiter, als ob die letzten Monate, Jahre, Jahrhunderte nicht gewesen wären

Wir verdrängen um zu überleben
wir übersehen, weil es bequemer ist
wir überleben, weil es immer so war
in dem kurzen Zeitraum in dem der Mensch die Erde belästigt

Vielleicht ist am Ende alles nur eine Illusion
wenn man den Physikern glauben darf gibt es Materie nicht also auch uns nicht
das hieße, dass uns jede Form der Auflösung egal sein dürfte, wenn zum Schluss der endlose Fall bevor steht
den wir gar nicht mit bekommen
weil es uns ja nicht gibt

Und wenn doch, dann nur für so kurze Zeit
dass es vermessen, arrogant und vor allem albern ist
wie sehr wir den eigenen Nabel pudern
und glauben, dass das, was wir erschaffen, erdenken oder tun je von Bedeutung sein könnte

Kein Tier oder Baum wird uns je vermissen Das zu ändern wäre die schönste Aufgabe hier

Statt dessen machen wir uns die Erde zum Feind zerstören das was uns nicht gehört
bereiten unser eigenes Begräbnis vor
und schreiben ein Requiem nach dem anderen

Was nützt uns der Verstand wenn wir nicht wirklich verstehen wenn wir am Ende jeden gegen uns aufgebracht haben auch Gott den wir so fürchten wegen dem wir in die Schlachten ziehen anstatt ihn in jedem Tier, jedem Baum oder in uns selbst zu erkennen

Ob sich das jemals ändern wird?

Ich glaube kaum und bleibe optimistisch

Alles nur geliehen

So viele Dinge die wir wollen
wir wollen sie aus Eitelkeit
weil all die Dinge, die wir haben
zu lang, zu kurz, zu farblos sind
oder ein ganz bisschen zu breit
Wir häufen so ein Lager an
aus sinnentleerten Sachen
die, als wir sie ersehnten
schon keinen Sinn mehr machten
All das, was wir schon haben
scheint wieder nicht zu reichen
getrieben sind wir Tag für Tag
der Weg schon voller Leichen
Und wenn dann alles von uns fällt
dann fragen wir, Mensch, war ́s das wert?
Wir haben alles nur geliehen
besitzen tun wir gar nichts mehr
wenn unser Zug ins Jenseits fährt