Wann Kollege, wann?

„Der Mensch von gestern ist der Mensch der schmeckt, der riecht und hört. Der Mensch von morgen ist der Mensch, der auf diese Sinne nicht mehr so viel Wert legt.“ Klaus Schwab – WEF (World Economic Forum)

Wann denkst Du, es reicht, jetzt stirbt alles, wofür Menschen seit Jahrhunderten gekämpft haben?

Wann schreist Du, dass hat doch alles nichts mehr mit Freiheit, Gleichheit, Geschwisterlichkeit zu tun?

Wann wird es für Dich unerträglich, dass ein außer Kontrolle geratenes Finanzsystems und ihre maßlosen Schergen, nur noch die eigenen Interessen nähren und ganze Länder in den Abgrund reißen?

Wann empörst Du Dich darüber, dass die Mächtigen Ihren Reichtum in Windeseile vermehren, gerade jetzt, in diesen unruhigen Zeiten, während Millionen Menschen ums überleben kämpfen oder in Armut sterben?

Wann beleidigt es Deinen kritischen Geist, Deinen wachen Verstand, dass Du kaum was erfährst – über den Widerstand der Menschen aus anderen Ländern,
– über die Toten, die falsch behandelt wurden und deshalb starben,
– über das portugiesische Gerichtsurteil, das die Quarantäne beendete, – über die Bürger in Dänemark, die das Infektionsschutzgesetz verhinderten,
– über die mutigen Argentinier*innen, die auf der Straße den Lock Down beendeten,
– über den Umstand, dass man während einer Pandemie mehr als 6000 Intensivbetten abgebaut hat, der Gesundheitsetat um 5,9 Milliarden gekürzt und der Verteidigungsetat um 1,3 Milliarden erhöht wird?
– über die Zweifel an Impfstoffen, die in so kurzer Zeit entwickelt und nicht ausreichend getestet wurden,
– über die Menschen in Afrika und Indien, die sterben werden, weil sie auf Grund des Maßnahmen keinen Zugang zu Wasser, Medikamenten und Arbeit haben?

Wann geht’s Du auf die Straße und löst die besorgten Menschen ab, die seit März friedlich Fragen stellen und sich immer wieder beschimpfen, diffamieren und mit schwerem Geschütz von der Straße fegen lassen müssen?

Wann sagst Du nein zu all dem Irrsinn, der soviel Leid evoziert, auch bei unseren Kindern?

Wann verlangst Du, dass die ungezählten Toten der maßlosen Maßnahmen eine Stimme bekommen?

Wann erhebst Du Deine Stimme und verlangst einen fairen Diskurs statt Willkür und Ausgrenzung?

Wann Kollegen, schreibt Ihr Lieder, Gedichte und zeigt der Welt, dass wir nicht ohnmächtig zuschauen, wie das Mensch sein abgeschafft wird?

Wann Kollegen, wann?

(1.1.2021, denen gewidmet, die jetzt nicht schweigen)

Was wichtig war – und bleibt!

(Zuerst erschienen auf Hinter den Schlagzeilen, 06/2020)

Von Anfang März bis zu den Ereignissen rund um den Mord an George Floyd durch vier Polizisten in den USA Ende Mai, bestimmte Covid 19 konkurrenzlos die Medien und die Politik. All die anderen wichtigen Themen unserer Zeit waren (fast) spurlos verschwunden.

Die Klimakrise, die Zerstörung der Natur und der Verlust des Lebensraums indigener Völker,der nicht enden wollende, strukturell angelegte Rassismus weltweit, die unverzeihliche Benachteiligung der schwarzen Bevölkerung in den USA, die überfällige Gleichstellung der Frau, die Stellvertreterkriege (Jemen, Irak, Afghanistan, Syrien), die daraus resultierende Tatsache, dass Menschen aus ihrer zerstörten Heimat flüchten müssen um zu überleben, die weltweit völkerrechtswidrigen Waffenlieferungen in Krisengebiete, die inakzeptable Tatsache, dass wir Lebensmittel für ca. 12 Milliarden Menschen produzieren und trotzdem alle 10 Sekunden ein Kind an Unterernährung stirbt, die Notwendigkeit einer von Privatspenden unabhängigen WHO, eine Rückbesinnung auf nicht profitorientierte Gesundheitssysteme, ein gerechtere Verteilung des Reichtums und vieles mehr muß dringend zurück auf die Tagesordnung.

Unzählige Menschen sind weltweit auf Grund des rücksichtslosen Verhaltens westlicher Industrienationen zu Risikogruppen geworden und müssen ständig um Ihr Überleben kämpfen. Wenn man bedenkt, wie lang wir uns monothematisch einem Virus zuwenden und andere Themen fast vollständig ausblenden, wird einem schmerzlich bewußt, dass das Leben der weissen Bevölkerung in Europa und den USA immer noch einen anderen Stellenwert hat als das, aller anderen Menschen. Das Recht auf ein würdiges Leben, egal ob man im reichen Europa oder im globalen Süden geboren ist, muß zurück in den Fokus unserer gemeinsamen Anstrengung rücken. Nur dann haben wir eine Chance, dass eine globale Entspannung eintreten kann.

Es wäre falsch, sich ein „zurück zur Normalität“ zu wünschen. Was uns Mitteleuropäern als normal erschien, war für andere ein nicht enden wollender Alptraum. Von der Gewinnung der Rohstoffe für unsere Smartphones und Computer, die meist zu unwürdigen Bedingungen von Kindern in Mienen abgebaut werden, über die „menschlichen Kollateralschäden“ sämtlicher Stellvertreterkriege hin zu den Ländern, die mit unserem Müll umgehen müssen, hinterlassen wir Spuren aus Blut, Schweiß und Tränen. Wir haben uns zu lang über die Bedürfnisse der Menschen anderer Länder hinweg gesetzt, einfach, weil wir es konnten. Gerecht war, was unseren Lebensstandart sicherte.

Aber es wird immer offensichtlicher, dass eine kapitalistische Grundordnung, die grenzenloses Wachstum und Ausbeutung als Grundsatz seiner Existenz sieht, nur zum Scheitern verurteilt sein kann.

Wenn wir den Wunsch nach einer solidarischen, gerechten Gesellschaft nicht aufgeben wollen, brauchen wir massive strukturelle Veränderungen. Fangen wir vor unserer Haustür an. Ein bedingungsloses Grundeinkommen und ein deutlich höherer Mindestlohn wäre ein erster Schritt, eine gerechte Besteuerung des in Deutschland erwirtschafteten Reichtums und eine Obergrenze für Privatvermögen der nächste. Da die Folgen des Lock Downs nur in gemeinsamer Anstrengung bewältigt werden können, wäre mutiges politisches Handeln dringend notwendig und würde Hoffnung schenken.

Dass diejenigen, die für den Existenzverlust von tausenden von Menschen verantwortlich sind, die Richtigen sein werden, einen Neuanfang zu wagen, darf bezweifelt werden.

Das wird offensichtlich, wenn man sieht, daß z.Bsp die Lufthansa (Börsenwert 4 Milliarden Euro) mit 9 Milliarden Euro vom Staat unterstützt wird, daß eine umweltpolitisch sinnlose Abwrackprämie diskutiert oder ein neues Kohlekraftwerk in Zeiten des Kohleausstiegs eröffnet wird, während man gleichzeitig viele Kleinunternehmer, Selbständige und Künstler am offenen Arm verhungern läßt.

Was wir jetzt brauchen ist eine neue Generation ernsthafter, ehrlicher und unabhängiger Politikerinnen und Politiker. Die Bewegung Fridays for Future macht es uns eindrucksvoll vor. Kluge junge Frauen und Männer setzen sich beherzt und konsequent für eine zukunftsorientierte, sozial gerechte Energiepolitik ein. So viel Engagement sollte man von der Regierung auch erwarten können, Fehlanzeige. Statt dessen wird mit den Energie-und Autokonzernen ein fauler Kompromiss nach dem anderen geschlossen und ein konsequenter Ausstieg aus der fossilen Energiegewinnung auf die lange Bank geschoben.

Das Leben und Überleben der kommenden Generationen aller Länder sollte höchste Priorität haben. Wir alle sind gefragt, gemeinsam, solidarisch und empathisch an der Lösungen der angesprochenen Krisen mitzuwirken, Lösungen, die niemanden zurücklassen, egal in welchem Teil der Welt wir uns befinden. Das fängt im Kleinen an, in dem man sein eigenes Konsumverhalten überdenkt und gegebenenfalls bereit ist, es zu ändern und kann zu aktiven politischen oder gesellschaftlichen Engagement führen. Der Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger für geflohene Menschen hat uns eindrucksvoll bewiesen, dass es geht. Jeder Beitrag ist wichtig und unverzichtbar.

Der großartige Autor und Lyriker Erich Kästner faßte es treffend in einem knappen Zweiteiler zusammen: Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.

Wo warst Du?

Die Demokratie lebt von einem lebendigen, im besten Fall zugewandten Diskurs, von der Auseinandersetzung, dem Abwägen, dem Vertrauen, dem sich trauen. Sie lebt von der Lust nach dem Aufspüren der besten Lösung, auf dass sie so viele Menschen mitnimmt wie nur irgendwie möglich. Aber vor allem lebt sie, wenn sie gesund ist, von dem Versuch, der Ehrlichkeit den größtmöglichen Platz einzuräumen und der Integrität, genau das umzusetzen.

All dies ist ausgehebelt, gilt nicht mehr, wird von der neuen Normalität verdrängt.

Normal heißt jetzt – sich fügen, darauf warten, dass ein dubioser Kreis vermeintlicher Experten zulässt, Auslauf zu bekommen, um sich dann, mit ein bisschen frischer Luft in der Lunge, zurück in den Käfig der Selbstisolation sperren zu lassen, bis man wieder Gassi gehen darf. Bitte nichts hinterfragen – kein wer, warum, oder wann. Wenn man es aber doch wagen sollte unbequem zu sein, wird man zensiert, gelöscht und geächtet, aus dem sozialen Netz der „Solidarischen“ entfernt, wie ein lästiger Krümel auf der sonst so lupenreinen Couch der Gleichgesinnten.

All das was uns stärkt wird kaum besprochen oder gar vernachlässigt, es wird verboten, unter Strafe gestellt und das alles zum Wohle der Allgemeinheit, was die unverschämteste aller Lügen ist, denn darum geht es nur selten.

Das, was wir am meisten brauchen, um uns gegen Krankheiten fast jeder Art zu wehren ist unser Immunsystem. Und das erfährt seinen größten Dämpfer durch Angst und Isolation und würde durch soziale Kontakte und Nähe gestärkt werden, aber das ist nicht erwünscht, daraus kann man keinen Profit schlagen, eine medizinische Lösung muss her. Alles Tun ordnet sich dem vermeintlichen Schutz der Gesundheit unter, dem Wohl der Schwachen, der Vorerkrankten, der Alten. Aber genau darum ging es in den letzten Jahrzehnten fast nie. Zu wenig und dazu schlecht bezahltes Pflegepersonal in Altenheimen, ein auf Gewinnmaximierung getrimmtes Gesundheitssystem, Obdachlose und „seitlich Umgeknickte“ frieren sich durch die Winter. Die Verantwortlichen hat das alles nur selten interessiert, wie immer schließen sie die Geldbeutel, wenn diese „lästigen“ Themen angesprochen werden.

Jetzt kann man problemlos Milliarden verschleudern, um die absurden, völlig überzogenen Maßnahmen zu finanzieren. Aber selbst hier gelingt es nicht die Gesellschaft nachhaltig mitzunehmen. Die Kulturbranche bricht zusammen, 500.000 bis 800.000 Insolvenzen stehen dem Mittelstand bevor, Prostituierte müssen unter den schlimmsten Bedingungen übelste Praktiken aushalten, die ungeahndet bleiben, da sich Ihr Überleben in der Illegalität abspielt und Unterstützung auch hier fehlt – die Liste ließe sich ewig fortsetzen.

All die unappetitlichen Zusammenhänge der Drahtzieher globaler Entscheidungen, egal ob sie im Politzirkus turnen, die Tech-und Pharmakonzerne lenken oder ob sie großen Lobbys angehören, kommen jetzt so eindeutig ans Licht wie selten zuvor. Sie spielen Ihr Spiel mit perfider Akribie und haben dabei jedes Maß aus den Augen verloren. Sie versuchen uns an Ihre größenwahnsinnige Vorstellung zu gewöhnen und den „Great Reset“ einzuleiten, wie schon im Time Magazine beschrieben.

In der Blüte der Nachkriegszeit entstand durch die Vormachtstellung der USA ein nahezu unkontrollierbares imperialistisches, auf Ausbeutung basierendes Wirtschafts-und Finanzsystem. Durch die Entkopplung vom Goldstandard unter Nixen erlebte der Markt eine nachhaltige Zäsur. Immer mehr Geld konnte ohne Gegenwert gedruckt werden. Die Digitalisierung beschleunigte die Volksenteignung zu Gunsten der wenigen Superreichen. Die Schere driftet seit dem immer weiter auseinander, im „Finanz-Casino“ gibt es anscheinend keine Grenzen mehr. Heute besitzen die zehn reichsten Menschen soviel wie die 3,7 Milliarden Ärmsten.

Die Politik hat eingesehen, dass nichts mehr ohne die „Global Player“ geht und muss das, aus Ihrer Sicht, „lästige Demokratieverständnis“ los werden. Die Geschäftsführer der größten Unternehmen sitzen bei allen wichtigen globalen Entscheidungen mit am Tisch, oft auch ohne die gewählten Politiker. Die fünf mächtigen Weltkonzerne, Amazon, Google, Facebook, Microsoft und Apple bewegen fast ausschließlich den Technologiemarkt NASDAQ in die ein oder andere Richtung. Die zwei größten Finanzdienstleister BlackRock und Vanguard verwalten ein Vermögen von über 10 Billionen Dollar und können den Markt ganz allein beeinflussen.

In so einer Welt braucht man keine Partner mehr, die unbequeme Fragen stellen und die Moralkeule schwingen. Wenn zusätzlich noch, wie jetzt im aktuellen Fall der Corona Krise, eine ehemalige Instanz wie die WHO, die im Interesse der Weltbevölkerung handeln sollte, von den Ländern im Stich gelassen wird und mittlerweile zu 80% von Privatspendern finanziert wird, muss man sich nicht wundern, dass den Mächtigen bald niemand mehr etwas entgegen zu setzen hat. Wie sehr die Staatschefs und Ihre Minister unter der Knute der Pharmaindustrie stehen, hat Horst Seehofer schon mehrmals bestätigt, u.a. in der Aufarbeitung der Schweinegrippe 2009, dem Blueprint der Corona Krise.

Der Unternehmer und selbsternannte Philanthrop Bill Gates, der in einem neunminütigen Beitrag in den Tagesthemen für seine Impfkampagne werben durfte, spricht davon, dass die Pandemie erst dann beendet sei, wenn sieben Milliarden Menschen geimpft worden sind. In der selben Woche wird dies von der Bundeskanzlerin Angela Merkel und später auch von dem Regierungs-Virologen Christian Drosten bestätigt. Der Familienrat verkündet einig, die medizinische Lösung sei alternativlos.

Um all das auf rechtlich unangreifbare Füße zu stellen, soll am 18.11.20 ein neues Gesetz verabschiedet werden. Am selben Tag erwartet man die Zustimmung des Bundesrates und die Unterschrift des Bundespräsidenten.

So schnell ging es noch nie, man hat es eilig. Wir werden auf willkürlich erdachte Maßnahmen vorbereitet, deren Dauer ganz im Entscheidungsbereich der Regierung, um genauer zu sein, des Gesundheitsministers liegt. Wir sollen uns auf ein digitales Leben und eine von Streaming Diensten bestimmte Freizeit einstellen.

Die aktuelle Kampagne der Bundesregierung zeigt es ganz deutlich. Ein in die Jahre gekommener Herr spricht  retrospektiv vom Jahr 2020, als er noch Student war – Alles was man von uns verlangt hatte war, nichts zu tun – Das kann doch wohl nicht so schwer sein, oder? Shut up, bestell dir das nächste Lieferando Dinner, schön im sterilen Plastik verpackt, schaue alle Serien, die Du schon immer sehen wolltest und stell das Denken ein – weiter zappen, bis Du weitere Anweisungen bekommst. Ein Appell an das Unterwürfige, das Bequeme in uns. Du darfst jetzt Faultier sein, das nur fressen, fernsehen und ficken soll (wenn durch Zufall noch jemand in deinem Haushalt wohnt) , so suggeriert es uns der mit „Hollywood-Score“ dramatisch in Szene gesetzte Spot der Bundesregierung, peinlich.

Die WHO hat die an Prof. Ioannidis in Auftrag gestellte Studie bestätigt, was viele Experten schon lange sagen: Die Letalität von Covid-19 liegt bei 0,14% (unter 70 Lebensjahren sogar bei 0,05%) und damit im Bereich einer mittel-schweren Grippe, aber das scheint keine Rolle mehr zu spielen. Weder hat es ein Einfluß auf die Regierungsentscheidungen noch auf den kritischen Geist der in Angststarre versetzten Menschen.

Auch wenn es erschreckend lange braucht, bis es alle verstanden haben – dieser Versuch, uns dauerhaft zu manipulieren, ist zum Scheitern verurteilt – und genau darin besteht unserer Chance.

Das was uns Menschen ausmacht, Nähe, Berührung, analoges Dasein und die unzerstörbare Verbindung zu allem Natürlichen, essen, trinken, riechen, lieben, lachen, weinen, küssen, sich streiten, versöhnen und verzeihen ist nur im analogen Raum nachhaltig.

Obwohl ganz sicher ist, das keiner von uns hier lebend raus kommt, geben wir uns der Illusion hin, das wir mit der Einhaltung der Reinheitsgebote, dem Hygienewahn, dem freiwilligen Entsagen von Nähe, den Tod austricksen können. Dabei vergessen wir das Leben, und ja, es gibt ein Leben vor dem Tod.

In wenigen Tagen wird das Ermächtigungsgesetz 2020 im Eilverfahren durch die politischen Instanzen gejagt.

Beantworten wir uns alle eine Frage, die mit Sicherheit auf uns zukommen wird, spätestens wenn unsere Kinder und Enkel in 20 Jahren vor uns stehen und sagen: „Oma, Opa, als damals alle Masken tragen mussten und ein Veterinär, ein Virologe, der 2009 schon krass daneben lag, ein Bankkaufmann und eine Physikerin alle Entscheidungen trafen, als das Grundgesetz ausgehebelt wurde und unsinnige Gesetze verabschiedet worden sind, als von kritischen Journalisten, Juristen, Wissenschaftlern und Psychologen die Videos gelöscht wurden, als die großen Leitmedien zu Staatsmedien mutierten, als Ärzten gedroht wurde Ihre Zulassung zu verlieren, wenn sie nicht auf Regierungskurs segeln, als friedliche, besorgte Demonstranten von der Parteichefin der SPD als Covidioten beschimpft und von der breiten Öffentlichkeit ins rechte Lager gepackt und diffamiert wurden, als Anwälte auf der Strasse verhaftet worden sind, als man Künstlern die Bühne nahm – was hast Du damals gemacht, wo warst Du?“

T I P

Ein kluger junger Mann, Gunnar Kaiser, hat zu diesem Thema viele bemerkenswerte Videos gemacht, hier ist eines davon.

Auflösung

Ganz zu Anfang meiner Konzertlesungen 2017 hatte ich ein Slam Text geschrieben, der immer noch Teil meines Programms ist und an Aktualität nichts eingebüßt hat.

Auflösung

Menschen kommen und gehen wieder

Und kommen doch wieder, so die Buddhisten kommen in den Himmel, so die Monotheisten reisen weiter, so die Atheisten
oder lösen sich auf, so die Nihilisten

Nichts bleibt so wie es war
und trotzdem macht ein Teil von uns so weiter, als ob die letzten Monate, Jahre, Jahrhunderte nicht gewesen wären

Wir verdrängen um zu überleben
wir übersehen, weil es bequemer ist
wir überleben, weil es immer so war
in dem kurzen Zeitraum in dem der Mensch die Erde belästigt

Vielleicht ist am Ende alles nur eine Illusion
wenn man den Physikern glauben darf gibt es Materie nicht also auch uns nicht
das hieße, dass uns jede Form der Auflösung egal sein dürfte, wenn zum Schluss der endlose Fall bevor steht
den wir gar nicht mit bekommen
weil es uns ja nicht gibt

Und wenn doch, dann nur für so kurze Zeit
dass es vermessen, arrogant und vor allem albern ist
wie sehr wir den eigenen Nabel pudern
und glauben, dass das, was wir erschaffen, erdenken oder tun je von Bedeutung sein könnte

Kein Tier oder Baum wird uns je vermissen Das zu ändern wäre die schönste Aufgabe hier

Statt dessen machen wir uns die Erde zum Feind zerstören das was uns nicht gehört
bereiten unser eigenes Begräbnis vor
und schreiben ein Requiem nach dem anderen

Was nützt uns der Verstand wenn wir nicht wirklich verstehen wenn wir am Ende jeden gegen uns aufgebracht haben auch Gott den wir so fürchten wegen dem wir in die Schlachten ziehen anstatt ihn in jedem Tier, jedem Baum oder in uns selbst zu erkennen

Ob sich das jemals ändern wird?

Ich glaube kaum und bleibe optimistisch

Es gibt ein Leben vor dem Tod (Text)

Egal wie man es betrachtet
welch' Sorge Dich umnachtet
was jetzt passiert ist fern von dem
was ich für möglich hielt

Menschen dürfen nicht mehr selbst entscheiden
ob sie an Krankheit oder Einsamkeit leiden
alles ist der Illusion von Sicherheit verschrieben
Ein altbewährter Helfer kriecht aus seinem Loch
die Angst, sie funktioniert immer noch
Angst macht gefügig, Angst macht taub
Wir hatten das alles schon
doch wir vergessen viel zu viel
Willkommen, sie ist zurück
die kollektiver Amnesie
doch eines vergiss bitte nie

Es gibt ein Leben vor dem Tod

Man weiß nicht alles über den Entzug der Mündigkeit
aber man ahnt schon, dass er die häßlichen Gesichter zeigt
Denunziantentum ist wieder mal en vogue

Wenn wir nicht funktionieren, werden die Pforten schliessen
viele geben auf, Millionen Tränen werden fliessen
zu Flüssen aufbegehren und in die Meere spülen

Oft unbeachtet und seit viel zu langer Zeit
erdulden Menschen anderer Länder schlimmstes Leid
doch wenn ́s um uns geht, steht die Erde still

Wir hatten das alles schon
doch wir vergessen viel zu viel
Willkommen, sie ist zurück
die kollektiver Amnesie
doch eines vergiss bitte nie

Es gibt ein Leben vor dem Tod

All das, was uns stärkt wird kaum besprochen
der kritische Geist hat sich verkrochen
schnell läßt man sich führen, anstatt unbequem zu sein

Demut spüren, selbstbestimmt bleiben
mal bescheiden, mal maßlos übertreiben
nichts ist sicher, wenn man das Licht der Welt erblickt

Die Angst läßt uns erstarren, bloß nicht dran denken
dem Tod keinen Gedanken schenken
aber frei zu leben, heißt das Tau zu kappen

Wir hatten das alles schon
doch wir vergessen viel zu viel
Willkommen, sie ist zurück
die kollektiver Amnesie
doch eines vergiss bitte nie

Es gibt ein Leben vor dem Tod

Du bist dies, Du bist das, Du bist so man bin ich froh
Dass ich Dich dissen kann
das ich bei FB mal so richtig auf Dich pissen kann
Hörst Du nicht was der Experte dort sagt
Doch schon, aber ich habs‘ hinterfragt
Was? Da gibt es noch so einen, wußt‘ ich nicht
Was? Der sagt was anderes, das gehört sich nicht
Was? Der ist auch bekannt, ich kenn ihn nicht
Der hat ja wirklich ein ganz komisches Gesicht
Man ist der alt, hey, ist der schon in Rente?
Nicht das ich hier noch meine Zeit verschwende
Was, der hat schon viel für uns getan?
Kann der uns diesmal seine Meinung nicht ersparen?
Jeder hört nur seinen eigene Gott
Und steckt für Ihn seinen Kopf unters Schafott
Die Empathie versteckt schon Ihr Gesicht
Schämt sich und denkt, sie hören sich nicht

Was uns am Ende bleibt ist Menschlichkeit
doch gerade jetzt bleibt dafür wenig Zeit
Was mag da alles kommen, wenn wir die Ohren spitzen
keine Plattitüden, nichts in die Arme ritzen
Es ist der Moment der uns am Leben hält
den wir nur selten greifen können
denn wenn er freundlich vor uns steht
lächelt er verschmitzt

und geht

Warum der Song „Es gibt ein Leben vor dem Tod“ entstand

2020 erleben wir eine riesige Zäsur. Corona entzweit Gesellschaft, Freunde und Familien. Die Politik regiert mit Angst, die Leitmedien sind auf dem vorläufigen Höhepunkt des Sensationsjournalismus angekommen. Daten werden zusammenhangslos präsentiert, weltweit anerkannte Experten werden ignoriert, Denunziantentum ist wieder mal en vogue.

Kinder, Alte, Selbständige, Kleinunternehmer, Kulturschaffende u.v.a gehören zu den großen Verlierern der aktuellen Krise.

Was Hoffnung macht ist, dass es sie gibt, die Wissenschaftler, Journalisten und Anwälte, die trotz zu befürchtender Repressalien unbequeme Fragen stellen und die zur Verfügung stehenden Daten in ein evidenzbasiertes Verhältnis zu den Maßnahmen setzen.

Die skeptischen Stimmen, die früh darauf hingewiesen haben, wurden diffamiert, YouTube Beiträge von Professoren wie John Ioannidis wurden gelöscht, Wikipedia Einträge von Experten wie Clemens Arvay wurden manipuliert – unvorstellbar in einer Demokratie.

Das ursprüngliche Ziel, das Gesundheitssystem nicht zu überlasten, ist völlig aus den Augen verloren worden. Es geht den Verantwortlichen vor allem um den weltweit, flächendeckenden Einsatz eines neuen, noch nicht sicher erprobten Impfstoffes, so haben es Vertreter aus Pharmaindustrie und Politik angekündigt und genau das sollte kritisch hinterfragt und nicht ungefragt durchgewunken werden.

Es ist zur Zeit nicht leicht, sich kritisch zu äußern, schnell wird man in die Verschwörungsecke gepackt oder ausgegrenzt, egal wie differenziert man sich informiert und wie zugewandt man argumentiert. Dennoch bitte ich jeden, der Zweifel an den Maßnahmen hat, diejenigen zu unterstützen, die um eine Aufarbeitung der aktuellen Situation bemüht sind.

Manch einer kann es nur schwer ertragen, dass in stürmischen Zeiten die Entscheidungen der Regierung hinterfragt werden, aber genau das ist unabdingbar, ein fairer, ergebnisoffener, ausserparlamentarischer Diskurs, gerade jetzt, da die Opposition schweigt.

Alternativlos gibt es nicht. Wenn es und gelingt, alte Strukturen aufzubrechen und für ein nachhaltiges, sozial gerechtes Weltengebäude den Grundstein zu legen, wird die Corona Krise zu einer einmaligen Chance werden.

Wir könnten scheitern, stimmt, aber wir sollten es versuchen.

Die Grünen – Enttäuschend mutlos, erschreckend belanglos

Die Partei, die mich politisch geprägt hat, mit der ich aufgewachsen bin, die im positivem Sinne, für die größte politische Unruhe in der deutschen Nachkriegsgeschichte gesorgt hat, die unbequeme Fragen stellte und mit ihrer frühen Wortmeldung bzgl. drohender Umweltkatastrophen maßgeblich zu einem gesellschaftlichen Umbruch beigetragen hat, ist seit März 2020 in der Schockstarre.

Man konnte schon ahnen, dass zu viel Machtpolitik und Anbiederung an die gesellschaftliche Mitte, einer so wichtigen Bewegung, die in der Partei Bündis90/die Grünen mündete nicht unbedingt gut tun wird. Ihre Beteiligung am ersten militärischen Konflikt auf europäischem Boden seit dem 2. Weltkrieg war für viele ein trauriger Beweis dafür.

In der Coronakrise scheint der wache Geist der Grünen, zumindest auf Führungsebene, nicht mehr existent zu sein. Sie haben sich durch ihr angepasstes, mutloses Verhalten in die Belanglosigkeit verabschiedet.
Sie überlassen den wichtigsten Job einer jeden Oppositionspartei, das ständige Hinterfragen der Regierungsarbeit, der AfD, was in gleichem Maße erschreckend wie unerträglich ist.

Darüber hinaus scheint fast das gesamte Parlament diese Aufgabe nicht mehr war nehmen zu wollen. Es dominiert die Angst, das Falsche zu sagen oder zu fragen und so, von der anscheinend großen Zustimmung der Bevölkerung bzgl. der Maßnahmen, ausgeschlossen zu werden. Der Bundestagswahlkampf hat offensichtlich längst begonnen. Aber man sollte nicht unterschätzen, dass die „erzwungene“ Zustimmung, indem man über Monate Angst schürt, sehr schnell kippen kann, vor allem wenn die Daten publik werden die belegen, dass es sich hier anscheinend um eine maßlose Überreaktion der Regierung und ihrem kleinen Expertenkreis handelt.

Unbequeme Wahrheiten erfreuen sich in ihrer Anfangsphase nur selten großer Beliebtheit. Erinnern wir uns an die ersten Umweltaktivisten, die ihren Finger in die Wunde legten und als Ökospinner abgetan wurden. Heute ist Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und ein achtsamerer Umgang mit unserer Umwelt nicht nur en vogue, sondern gilt als besonders ehrenhaft – man schafft es als 17 jährige Aktivistin innerhalb kurzer Zeit bis zur UN, um den Mächtigen der Welt die Leviten zu lesen – und das ist gut so. Das es in Deutschland bzgl. umweltpolitischer Themen zu so einer breiten Akzeptanz in der Bevölkerung kam ist zu einem großen Teil den Grünen zu verdanken.

Unbequeme Fragen zu stellen wäre jetzt wichtiger denn je.
Das Grundgesetzt wurde in Teilen ohne parlamentarische Zustimmung durch das Infektionsschutzgesetz ersetzt, was in der deutschen Nachkriegsgeschichte ein einmaliger Vorgang war. Die Umsetzung der Hygieneregeln nimmt immer bizarrere Formen an und ermächtigt den Gesundheitsminister und die Gesundheitsämter zu immer absurderen Handlungspraktiken. So wurde z. Bsp. Mitte September in Aurich (Niedersachsen) eine Schulklasse von Viertklässlern, zwangsgetestet. Mitarbeiter der örtlichen Gesundheitsbehörde „stürmten“ unangekündigt eine Schulklasse in Schutzanzügen und nahmen, teils mehrfach, Abstriche von den Kindern, die partiell in Panik gerieten. Die Eltern wurden nicht oder zu spät informiert. Was so ein Vorgehen mit der Psyche eines Kindes anstellen kann sollte man niemand erklären müssen, der seine sieben Sinne beisammen hat.

Die Folgen der unverhältnismäßigen Maßnahmen haben jetzt schon irreparable Auswirkungen auf die Gesellschaft gehabt. Das wir eine relativ geringe Zahl am Virus verstorbener Opfer zu beklagen haben ist richtig. Der Umstand wiederum, dass Menschen sterben werden oder schon gestorben sind, weil Ihre Operationen über Monate aufgeschoben wurden, obwohl wir nicht mal an die Grenze der Belastbarkeit unseres Gesundheitssystems gekommen sind, wird von der Bundesregierung selten erwähnt und von der Opposition kaum kritisiert. Das Herzzentrum Berlin hatte seit der Bereitstellung der Intensivbetten kaum einen an Covid-19 erkrankten Patienten zu betreuen, einige Kliniken mussten sogar Kurzarbeit anmelden.

Das Infektionsschutzgesetz, das immer wieder willkürliche Anwendungen findet, wird so lange gelten, bis die Pandemie beendet ist. Dies ist erst der Fall, wenn ein Impfstoff gefunden wird, wie Angela Merkel in ihrem Podcast verlauten ließ.
Egal ob der favorisierte „Oxford“- oder ein anderer, genetischer mRNA Impfstoff das Rennen machen wird, alle Kandidaten sollten laut wissenschaftlicher Untersuchungen mindestens fünf bis zwölf Jahre erforscht und getestet werden, um mögliche Nebenwirkungen zu minimieren und Langzeitimmunität zu testen.
Ein „unfertiger“ und noch nicht einmal vorhandener Impfstoff ist von der Bundesregierung bereits in millionenfacher Menge vorbestellt worden. Man fühlt sich unwillkürlich an das Jahr 2009 erinnert. Damals wurde ein großer Teil überflüssiger Impfdosen und Medikamente in Hochöfen verbrannt, nachdem die Schweinegrippe schon am abklingen war. Insgesamt waren am Ende, statt der angekündigten tausenden von Toten, ungefähr 250 verstorbene Patienten in Deutschland zu beklagen.
Einer der neuen Corona Impfstoffkandidaten wurde bereits an Probanden ausprobiert, obwohl in den vorangegangenen Testphasen, bereits beunruhigende Ergebnisse zu beklagen waren. Pharmaindustrie und deren Unterstützer sind überzeugt, dass man die übliche Testprozedur auf Grund der Dringlichkeit nicht einhalten könne. Die Testphasen werden teleskopiert, d.h. die Arbeitsschritte finden parallel und nicht hinter einander statt. Impfopfer müsse man in Kauf nehmen, so Bill Gates. Die Grünen schweigen.

Über unsere Immunsystem, das einzige, was uns zuverlässig bei allen Infektionserkrankungen begleitet, wird von den regierungsnahen Wissenschaftlern und den politisch Verantwortlichen kaum gesprochen. Im Gegenteil, die geschürte Angst schwächt unser körpereigenes Abwehrsystem. Bei manchen sitzt die Furcht vor Ansteckung so tief, dass sie allein unter freiem Himmel mit Maske Sport treiben. Die Grünen scheint all das nicht zu alarmieren.

Ein Großteil der Soloselbstständigen, Kleinunternehmer_innen und Kulturschaffenden wird den Herbst mit und in Ihren Berufen nicht überleben. Eine befreundete Musikerin, die nicht an einem stattlichen Haus arbeitet, kellnert mittlerweile für 8,50 Euro in einem Restaurant, um die nächsten Monate zu überstehen. Ähnlich geht es vielen Freiberuflern in der Kulturszene. Die Frage, wie man ihnen finanziell hilft, ist wichtig aber greift viel zu kurz.
Es wäre längst überfällig, die Gefährlichkeit des Virus (mit einer Letalität von 0,2 bis 0.6 %), ins Verhältnis zu den Maßnahmen zu setzen, aber auch hier kommt kaum eine kritische Frage von den Grünen.

Wie viel Geld will man in ein Szenario pumpen will, das in seiner Begrenztheit so überschaubar ist? Auch dieser Regierung wird irgendwann das Geld ausgehen, bei einer Einbuße von 30 Milliarden Sozialprodukt pro Woche während der heißen Phase des Lock Downs (Prof. Hans Werner Sinn) kann man sich ausmahlen, wann das sein wird, ein Ende der Anhäufung des Schuldenberges ist nicht in Sicht.

Und was dann? Wer kauft im Ausland Produkte vom Exportweltmeister Deutschland, wenn viele Volkswirtschaften bereits an die Wand gefahren worden sind?

Woher kommen die so notwendigen Steuereinnahmen, wenn ein Großteil der Menschen weder Geld verdient noch Geld ausgeben kann, weil sie ums nackte Überleben kämpfen? Was ist mit den Maßnahmen zur Eindämmung des Klimakollapses, die „Fridays for Future“ berechtigt fordern, ein „Urthema“ der Grünen, wofür ja bis heute weder genug Geld zur Verfügung gestellt wurde noch ein gesamt europäischer Wille erkennbar war?

Ist es überhaupt noch möglich, diese so zukunftsrelevanten Themen zu bewältigen?
Was passiert mit der Kulturszene, die dann wahrscheinlich zum größten Teil aus staatlichen Häusern und unzähligen Straßenkünstlern besteht, da es nicht mehr genug Auftrittsorte, geschweige denn eine lebendige Subkultur geben wird?

Was ist mit den Kindern, die jetzt alle Abstand zu Mitschüler_innen halten müssen, mit Masken in Schulen aufwachsen, ihr Immunsystem durch mangelnden viralen Austausch schwächen, dadurch schlechter auf Infektionskrankheiten vorbereitet sind, in manchen Fällen auch noch mit arbeitslosen Eltern konfrontiert sind und wenn sie Pech haben und in Bayern leben, von Ministerpräsident Söder dafür verantwortliche gemacht werden, dass sie bei Nichteinhaltung der Hygieneregeln am Tod der Eltern und Großeltern Schuld sein könnten? Die Bilanz des Kindheitswissenschaftler Prof. Dr. Michael Klundt von der Kinderkommission des Bundestag ist verheerend. All das scheint nicht auszureichen, um das grüne Gewissen zu beunruhigen.

Man kann davon ausgehen, dass auf kommunaler Ebene einige dieser Fragen gestellt werden, aber sie dringen nicht bis zur Parteispitze oder werden blockiert. Dies wurde von dem grünen Politiker David Claudio Siber in mehreren Interviews eindrucksvoll bestätigt.
Sind die Grünen Spitzenpolitiker so tief im Politsumpf versunken, dass der Erhalt der eigenen Existenz größte Priorität hat?

Haben sie Angst, dass die Bedenken der besorgten Menschen, die seit Monaten auf die Straße gehen, den Regierungskurs kritisieren und sich von der SPD Parteispitze als „Covidioten“ beschimpfen lassen müssen, am Ende doch berechtigt sind ?
Sind sie müde und bequem geworden, oder verraten sie aus machtpolitischem Interesse ihren kritischen Geist?

Wird jetzt schon eine eventuelle Zusammenarbeit mit dem möglichen Kanzlerkandidat Söder erprobt?

Es ist Zeit für Bewegung innerhalb der Partei und für neue Bewegungen im Allgemeinen.
Es braucht jetzt clevere „Um-die-Ecke-Denker_innen“, sowohl bei den Grünen, wie auch in einer starken außerparlamentarischen Opposition. Die grüne Führungsspitze hat aufgehört auf die Bürger_innen und ihre Basis zu hören. Was passieren kann, wenn man die Sorgen der Menschen nicht ernst nimmt, mussten alle Parteien durch den Einzug der AfD in alle deutschen Landtage und in den Bundestag schmerzlich erfahren. Wenn man diese Entwicklung stoppen oder gar rückgängig machen will, muß man vor allem eins – zuhören. Die Grünen konnten eines fast immer besser als jede andere Partei – streiten und die Menschen an einem lebendigen, demokratischen Diskurs teilhaben lassen. Davon ist seit März 2020 nichts mehr zu sehen, besorgte Stimmen aus den Landesverbänden werden ignoriert oder mundtot gemacht.

Wenn sie diesen wichtigen Prozess nicht wieder erlernen und Meinungsvielfalt zulassen, wird es in naher Zukunft nichts mit einem grünen Kanzler, und der wäre überlebenswichtig, sowohl für die Partei, als auch für die folgenden Generationen, denn ein Wechsel in der Umweltpolitik ist dringend notwendig.

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Eine mögliche Renaissance des grünen Widerstandswillen ist zu wünschen, aber viel Zeit bleibt ihnen nicht mehr, sonst werden die Themen von denen besetzt, die wir auf gar keinen Fall in der Regierungsverantwortung sehen wollen.

Alles nur geliehen

So viele Dinge die wir wollen
wir wollen sie aus Eitelkeit
weil all die Dinge, die wir haben
zu lang, zu kurz, zu farblos sind
oder ein ganz bisschen zu breit
Wir häufen so ein Lager an
aus sinnentleerten Sachen
die, als wir sie ersehnten
schon keinen Sinn mehr machten
All das, was wir schon haben
scheint wieder nicht zu reichen
getrieben sind wir Tag für Tag
der Weg schon voller Leichen
Und wenn dann alles von uns fällt
dann fragen wir, Mensch, war ́s das wert?
Wir haben alles nur geliehen
besitzen tun wir gar nichts mehr
wenn unser Zug ins Jenseits fährt

Auf der Suche nach dem ungelebten Leben

Eine Wahrheit für alle ist immer eine Lüge! Wann werden wir zum Heilgen?
Wann zum Arschloch?
Wer sind wir?

Alphatier, Herdentier oder Eremit?

Was verbindet die Menschen, das Sammeln, das Jagen? Die Suche nach dem Glück, das Überstehen, das Fragen? Das gemeinsame Mahl, das Wilde, die Lust?
Der Wusch nach Anerkennung, der tägliche Frust?

Das Denken, das Fühlen, das Trauern, der Schmerz? Das für so kurze Zeit wild pochende Herz?

Überleben können wir nur gemeinsam. Erleben kann man nur allein.
Leben kann man nur, wenn man frei ist.

Frei vom vorgelebten Leben, auf der Suche nach dem ungelebten Leben. Frei von all dem Wissen, all dem Unwissen.
Frei – nichts denken müssen.

Mit den einfachsten Mitteln phantasievoll gestalten, sich selbst genügen, sich nicht mehr selbst betrügen damit könnte man anfangen, sich dem Leben fügen. Jeder auf seine Weise, jeder auf seiner Reise.

Nicht überrumpeln und einverleiben,
an Menschlichkeit nicht sparen, übertreiben.
Zum Teufel mit den Normen, den Christen und den Heiden,
sich den Kummer von der Seele schreiben,
wenn es sein muss leiden, Erwartungen vertreiben,
alles Vorbestimmte meiden und dann in tiefere Gewässer treiben.

Und das wichtigste – emphatisch bleiben.

Wenn dieses kostbare Gut verschwindet, wenn das Herz erblindet,
wird Himmel und Meer verblassen,
dann wird blau zu grau.

Denn zu allerletzt, wenn alle schon gegangen sind,
sitzen wir allein auf dem Karussell, drehen uns nur noch um uns selbst – der Kartenabreißer ist längst weg, keiner stoppt für uns den Apparat. Gefangen sind wir auf unserem Schleudersitz.
Uns wird Angst und Bange, wir straucheln, fallen, stehen wieder auf.
Los gehts, die Haare aus dem Gesicht geschoben, das überhebliche Grinsen aufgesetzt, stolpern wir vermeintlich nach vorn und kippen doch wieder um, egal, uns kann keiner, denken wir noch,
wir drehen auf, machen laut, irgendwas, irgendwie.

Alte Gewohnheiten helfen beim Verdrängen – oder eben nicht. Mutig sein, die Weichen neu stellen, das Ruder rum reissen, den Mond anbellen.

Auch wenn es Angst macht, weil Dämonen aus vergangen Tagen Dich besuchen, wir könnten scheitern, stimmt,
aber wir sollten es versuchen.

Jeder Morgen beginnt unverbraucht und rein
wie ein ungespritzter Baum mit prallen Früchten.
Die Entscheidung, triffst Du ganz allein,
Festplatte neu formatiert, schreib Deine eigene Geschichten.